Von Japan nach Glarus: «jeden Tag ein Kulturschock»

lunes, 19 de junio de 2023

Johannes M. (John) Trümpy

Fukiko Ohki mit Rotary Wimpel

Jedes Jahr kommen 70 Schülerinnen und Schüler aus allen Ländern der Welt mit dem Rotary Jugendaustauschprogramm für ein Jahr in die Schweiz. Genauso viele reisen aus der Schweiz in alle Länder der Welt, in denen Rotary vertreten ist. Soeben verabschiedeten die Glarner Rotarier Fukiko Ohki, die am 11. Juli nach Japan zurückkehrt.   

Ziele des Rotary Jugendaustauschprogramms sind das Kennenlernen anderer Lebensgewohnheiten und die vertiefte Erfahrung mit anderen Kulturen, der Erwerb von Sprachkenntnissen sowie generell die Erweiterung des eigenen Horizonts sowie die Entwicklung der Persönlichkeit. Damit fördert Rotary die interkulturellen Kompetenzen und leistet einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden. Seit vielen Jahren sponsert der Rotary Club Glarus den Auslandaufenthalt und bietet Gastrecht für das Programm. So kam Fukiko Ohki am 6. August 2022 im Glarnerland an. Hier erzählt die 18-Jährige von ihren Erfahrungen. 

Fukiko, von wo in Japan kamst du in die Schweiz?

Fukiko: Nagoya ist meine Heimatstadt und liegt zwischen Tokio und Osaka in Mittel-Japan. Die Industriestadt hat 2.3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. 

Was wirst du in Japan von der Schweiz vermissen?

Fukiko: Die naheliegende Natur und die Berge sowie das Essen. 

Zu Beginn sagtest du, dass in Japan Emotionen im Gegensatz zur Schweiz nie gezeigt werden – hast du den Umgang mit Emotionen gelernt?

Fukiko: Ja, ich habe gelernt Emotionen zu zeigen und in der Sprache zum Ausdruck zu bringen, aber es entspricht nicht meiner Persönlichkeit und Erziehung. 

Welches Ereignis oder welche Situation war für dich am eindrücklichsten?

Fukiko: Der erste Monat im Glarnerland war ein Kulturschock. Täglich musste ich lernen und Neues erfahren. In der Schweiz zeigen alle mehr Interesse anderen Personen gegenüber, in Japan wird mehr Distanz gehalten. 

Welcher Lernerfolg macht dich stolz?

Fukiko: Ich lernte Deutsch sprechen und schreiben. Mit dem «Glarnerdüütsch» klappt es jedoch nicht so gut. 

Was sagst du einer Freundin oder einem Freund, die oder der an einer Teilnahme am Austauschjahr zweifelt?

Fukiko: Hast du die Chance, musst du gehen! Auch wenn es zwischendurch hart ist, denn Heimweh und das Nichtverstehen der Sprache drücken auf die Moral. 

Auf was freust du dich am meisten zu Hause?

Fukiko: Auf das Wiedersehen mit meiner Familie und den Freundinnen.

    

Was ist deine Präferenz?

·         Sumo Ringen oder Schwingen?                                     Sumo Ringen

·         Englisch oder Deutsch?                                                  Deutsch

·         Sushi oder Landsgemeinde-Menu (Chalber-                 Beides zur richtigen Zeit und Gelegenheit

wurscht, Kartoffelstock, Zwetschgen)?                         

·         Sake oder Schweizer Milchschokolade?            Schokolade (verzieht entzückt den Mund)

·         Schullehrer in Japan oder Lehrer in der Schweiz?        Schweiz, die sind relaxter, weniger

                                                                                         distanziert und begegnen auf Augenhöhe

·         Snowboardfahren oder Skifahren?                                 Skifahren

·         Fujiyama oder Tödi?                                                       Tödi, ein imposanter Berg


Text und Interview: John Trümpy, Öffentlichkeitsarbeit Rotary Club Glarus

https://glarus.rotary2000.ch

Rotarierin Simone Eisenbart und Rotarier Jürg Wickihalder, Verantwortliche Jugenddienst, Fukiko Ohki (Mitte)